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Welchen Nutzen bieten Dachfonds unter Berücksichtigung der Kosten?

Walter Feil

Walter Feil

15.12.08, 14:34, By: Walter Feil
Zum 1.1.2009 wird die Abgeltungssteuer eingeführt. Bestimmt werden auch Sie derzeit pausenlos von Werbung überflutet, die Sie davon überzeugen will, jetzt noch ganz schnell die Weichen „für die Anlage XYZ ohne Abgeltungssteuer“ zu stellen. Bei näherer Prüfung werden Sie feststellen, dass viele der angepriesenen Steuersparmaßnahmen in Zusammenhang mit Ihrem Depot nicht konsequent zu Ende gedacht und vor allem mit hohen Kosten befrachtet sind.

Wir empfehlen Ihnen, bei Ihren Überlegungen im Sinn zu behalten:

  1. Bei allen Fonds, Multi-Asset-Fonds, Dachfonds, etc. werden Sie auf mittlere Sicht trotzdem Abgeltungsteuer bezahlen. Alle diese Konstruktionen können nicht vermeiden, dass die Steuer auf sämtliche Zinserträge und Dividenden zu bezahlen ist, und dies nicht in ferner Zukunft, sondern Jahr für Jahr. Auch ein thesaurierender Fonds, Multi-Fonds, Dachfonds etc. kann dies nicht verhindern, weil Zinsen und Dividenden jeweils zum Geschäftsjahresende des Fonds als zugeflossen gelten und damit zeitnah besteuert werden.
    Wenn der Fonds ausweist, dass er keine oder nur sehr geringe steuerpflichtige Zins- und Dividendenerträge hat, liegt dies meist daran, dass die Zins- und Dividendenerträge durch die hohen internen Kosten dieses Konstruktes aufgefressen werden.
  2. Bei allen Fonds, Multi-Asset-Fonds, Dachfonds, etc. werden irgendwann auch die bis dorthin nicht besteuerten internen Veräußerungsgewinne steuerpflichtig. Dies geschieht spätestens dann, wenn Sie den Fonds wegen grundsätzlicher Änderung Ihrer Prioritäten oder wegen Verschlechterung der Managementleistung verkaufen. Sie sollten auch nie in den Konflikt geraten, bei steigendem Marktrisiko entscheiden zu müssen, ob Sie im Fonds bleiben (und damit die Steuervorteile behalten, jedoch das Verlustrisiko auf sich nehmen) oder besser die bisherigen Gewinne sicherstellen. Nur der allererste Verkauf einer bis zu diesem Zeitpunkt als Altbestand (= Bestand per 31.12.2008) gehaltenen Position lässt den Veräußerungsgewinn steuerfrei. Für jedes Investment, ob Aktie, Aktienfonds, Multi-Asset-Fonds oder Dachfonds etc., das Sie nach dem 31.12.2008 erworben haben, wird bei späterer Veräußerung der gesamte bis dorthin aufgelaufene Wertzuwachs der Abgeltungsteuer unterworfen.

Unserer Auffassung nach fahren Sie besser mit einem Konzept, das darauf abstellt, die Kostenbelastung gering und die Flexibilität hoch zu halten. Teilen Sie Ihre Vermögensreserven hierzu in zwei Teilbereiche auf:

  • Einen Teil für den kurz- und mittelfristigen Zugriff. Hier lohnen sich die derzeit beworbenen Empfehlungen zur Steuerersparnis unter Berücksichtigung der Kosten kaum.
  • Einen weiteren Teil für den langfristigen Vermögensaufbau. Hier lohnen sich konsequente Maßnahmen zur Vermeidung der Abgeltungsteuer.

Kurz- und mittelfristige Vermögensreserven über ein kostengünstiges Depot mit Vermögensverwaltung

Den ersten Teil Ihrer Vermögensreserven, den Sie kurz- und mittelfristig im Zugriff haben möchten, lassen Sie auf Ihrem bestehenden Depot. Bei diesem Depot achten Sie vor allem auf niedrige Kosten, jederzeitige Verfügbarkeit und eine Ihren Vorstellungen entsprechende Verwaltung. Den Altbestand (bis 31.12.2008) sollten Sie auf dem derzeit vorhandenen Depot „einfrieren“. Wenn neue Einzahlungen anstehen, sollten Sie hierfür ein „Zweitdepot“ eröffnen. Nutzen Sie hierzu das Angebot auf ein kostengünstiges Strategiedepot mit integrierter Vermögensverwaltung.  
 
Die Reserven für den kurz- und mittelfristigen Zugriff sollten keinen großen Schwankungen unterliegen. Dementsprechend wird sich hiermit auch nur ein mittlerer Wertzuwachs erzielen lassen. Kalkulieren wir als Beispiel im Jahresmittel 6 Prozent. Davon wird ein Teil aus Zinsen und Dividenden bestehen, angenommen 2,0 Prozent. Für diese 2,0 Prozent lässt sich die jährliche Abgeltungssteuer nicht vermeiden (außer über eine Versicherungslösung, siehe unten). Damit verbleibt ein Wertzuwachs von 4 Prozent, der bei Realisierung der Abgeltungssteuer unterworfen wird. Das führt zu einer Steuerbelastung von 4 Prozent x 28,375 Prozent (25 Prozent + Soli + KiSt) = 1,135 Prozent.  
 
Zum Vergleich: Die Gesamtkosten eines Dachfonds mit seiner zweistöckigen Kostenstruktur liegen marktüblich zwischen 3 und 4 Prozent. Wenn der Fondskauf zusätzlich noch mit einem Ausgabeaufschlag belastet wird, haben Sie mit einem solchen Konstrukt gleich zu Beginn mehr Kosten bezahlt als Sie in einigen Jahren an Abgeltungsteuer sparen könnten. Wenn Sie dann Anlass hätten, den Dachfonds etc. zu verlassen, hätten Sie das Steuersparziel trotz der hohen Kosten nicht erreicht.    

Wir empfehlen Ihnen stattdessen für diesen Teil Ihres Vermögens die Strategiedepots mit Vermögensverwaltung, die wir sehr kostengünstig bei der Augsburger Aktienbank für Sie einrichten können.

Langfristiger Vermögensaufbau mit einem kostengünstigen, steuerfreien Versicherungsvertrag

Für den zweiten Teil Ihrer Vermögensreserven, mit dem Sie langfristig Vermögen aufbauen möchten, sollten Sie die im Alterseinkünftegesetz vorgesehene Möglichkeit eines Versicherungsvertrages nutzen. Nach dem 19. Dezember 2008 (also nach der Beschlussfassung im Bundesrat über die neue Definition einer steuerbegünstigten Versicherung) wissen wir auch genau, welche Anforderungen erfüllt werden müssen, damit diese Art des Vermögensaufbaus langfristig steuerbegünstigt bleibt. Erste Informationen hierüber sind bereits auf der Webseite www.wflifecycle.de bereitgestellt. 

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